„Wir wollen auf keinen Fall die Katze im Sack kaufen“

Wird Matthias Brunner hauptamtlicher Yahoos-Coach?

Mit einem Paukenschlag meldet sich der einzige Baseball-Erstligist in der Region aus der Winterpause: Mit dem Münchner Matthias Brunner haben die TSV Wolfsburg Yahoos einen ganz dicken Fisch als hauptamtlichen Coach an der Angel. Von Dienstag bis Donnerstag der kommenden Woche heißt es erstmals, sich gegenseitig zu beschnuppern, dann gibt Brunner seine ersten Einheiten.

Mit Jason Matthew Doll kommt erstmals ein US-Boy zum zweiten Mal zurück nach Wolfsburg. Fotos: privatStimmt die Chemie zwischen Mannschaft, Trainer und Umfeld steht der Verpflichtung des 29jährigen als ersten hauptamtlichen Coach in der Wolfsburger Baseballszene nichts mehr im Wege. Der Kontakt zwischen Brunner und den Yahoos kam eher zufällig während eines Baseballcamps zustande. Ein spontanes Angebot, den freien Trainerstuhl in der Volkswagenstadt zu besetzen, folgte. Brunner war nicht abgeneigt und stimmte dem Wolfsburger Wunsch nach einem Schnuppertraining zu. Brunners Referenzen lesen sich eindrucksvoll: Bundesligaerfahrung als Spieler und Trainer sowie A- und B-Trainerlizenz sowie die Teilnahme an der American Baseball Coaches Convention im kalifornischen San Diego, unterstreichen seine Kompetenzen.

„Von meiner Seite aus steht der Verpflichtung nichts im Wege“, betont Yahoos-Manager Thomas Huhnholz, dennoch: „Wir wollen auf keinen Fall die Katze Sack im kaufen“, warnt er vor einem ähnlichen Reinfall wie im Jahre 1997. Damals verabschiedete sich der New Yorker Michael E. Studivent nach wenigen Wochen wieder in die Heimat – nicht nur wegen Erfolglosigkeit. Das Team steht voll hinter den Ideen des Machers: „Die wollen einen Trainer“. Ob sie ihn in Person des Matthias Brunner bekommen, das soll sich in der nächsten Woche herausstellen. Und wenn „hauptamtlich“ so klingen mag, als heimse Brunner bei den Yahoos ein stattliches Gehalt ein, dann ist das falsch: „Mehr als eine Aufwandsentschädigung und hoffentlich eine Wohnung werden wir ihm nicht bieten können“, erklärt der kühle Rechner Huhnholz. „Wir können nicht mehr ausgeben als wir haben“. Und da hat momentan noch die Fertigstellung der eigenen Baseballanlage am Stadion West Priorität. „Da ist noch einiges zu tun und auch das kostet Geld“. Denn allein die sechs Einbrüche kosteten die Baseball Abteilung rund 18.000 Mark.

Schaut Huhnholz in die (Baseball-) Zukunft, dann sieht er auch ohne rosarote Brille guten Mutes einem prima Jahr entgegen: Erstens: Mit Jason Matthew Doll kommt erstmals ein Amerikaner zum zweiten Mal nach Wolfsburg. Integrationsprobleme? Fehlanzeige. Doll weiß, was ihn hier erwartet.

Zweitens: Andere Teams in der ersten Liga straucheln, haben Probleme, verlieren Spieler – in Wolfsburg läuft alles rund, nur Martin Stein verläßt die Yahoos (geht beruflich nach Stuttgart).

Drittens: Gordon Nobs entwickelt sich zu einer festen Größe in der Nationalmannschaft. „Die vielen Lehrgänge mit dem Nationalteam helfen ihm ungemein“. freut sich Huhnholz. Nationalcoach Frank Fulton ist auch voll des Lobes für seinen jungen Schützling.

Aller guten Dinge sind drei: Die Wolfsburg Yahoos gehen in ihre dritte Bundesliga-Saison. Der vierte Platz, somit auch die Teilnahme an den PlayOff-Spielen zur Deutschen Meisterschaft, ist das Ziel.
Und nicht zuletzt die bevorstehende Verpflichtung Brunners erlauben Huhnholz die Prognose: „Unter diesen Voraussetzungen ist der vierte Platz keine Utopie“. Das würde auch die Teilnahme an den PlayOff-Spielen um die Deutsche Meisterschaft bedeuten.

Der Yahoos-Troß fährt über Ostern nach Spanien und bezieht in Pamplona ein Trainingslager. Interessierte dürfen mitfahren. Viel Baseball und Spaß gibts dann für 325 Mark.