Wie der Baseball Wolfsburg verließ

Still ist die Ära des Sports beim TSV zuende gegangen – Nach Rückzug der Yahoos auch Abteilung aufgelöst

Vor 300 bis 400 Zuschauern spielten die Baseballer des TSV Wolfsburg, die Yahoos, einst in der Bundesliga. Nachdem das Team 2007 aus dem Spielbetrieb zurückgezogen wurde, hat sich mittlerweile die gesamte Baseball-Abteilung des TSV aufgelöst. 

Ausgerutscht: Nach dem Ende der Yahoos hat der TSV Wolfsburg auch seine Baseball-Abteilung aufgelöst. Fotos: ArchivHeimlich, still und leise endete die Baseball-Ära des Vereins zum Jahresende 2009. „Es war einfach keine Resonanz mehr da“, sagt Thomas Huhnholz, einstiger Leiter der Abteilung und ehemals Manager des Bundesligateams.

Sowohl 2008 als auch 2009 habe man mehrfach versucht, mit Schnuppertrainings neue Mitglieder zu gewinnen – doch ohne dauerhaften Erfolg. So entstand schließlich der Entschluss, die Abteilung aufzulösen.

Mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ habe er die Entwicklung beobachtet, so Huhnholz. Jahrelang brachte er sich für den Verein ein. Als das Team von 1997 bis 2001 in der 1. Liga spielte, sei er auch bei jedem Auswärtsspiel mit dabei gewesen. „Meine ganze Familie hat sich engagiert.“

Wie der Baseball Wolfsburg verließNachdem die Yahoos zunächst auf ihrem alten Platz an der Frankfurter Straße in Westhagen ihre Heimspiele ausgetragen hatten, erhielten sie später ein neues Zuhause am ehemaligen Freibad-West. An diesem Standort habe das Zuschauerinteresse stark abgenommen, so Huhnholz. Zu versteckt habe der Platz gelegen. „Früher kamen Radfahrer und Fußgänger vorbei, die sich spontan zum Zuschauen entschlossen haben.“

Ob mit der Auflösung der Abteilung das Kapitel Baseball vollkommen abgeschlossen ist, wird sich zeigen. „Man soll niemals nie sagen“, so Huhnholz. Sollte Interesse bestehen, könne er sich vorstellen, einem anderen Verantwortlichen mit Tipps und Informationen zur Seite zu stehen. „Um Rat kann man mich fragen“, sagt er. Die Verantwortung müssten dann jedoch andere übernehmen. Er habe die Aufgabe lange genug übernommen.

Heute vermisse er den Sport zwar „nicht total“, aber ein kleines bisschen Wehmut bleibe doch zurück, weil etwas fehle.