Strike, Ball, Hit and Run statt Mathe und Physik

Projektwoche rund um Amerikas Nationalsport

„Das macht Spaß, das ist genau das, was ich mir wünsche“, Bill Waite, Baseball-Gasttrainer beim Bundesligisten TSV Wolfsburg Yahoos, ist begeistert beim Anblick der fast 70 Jugendlichen, die zur Zeit an einer Projektwoche im Baseballstadion am Freibad West teilnehmen. Zwischen zwölf und 16 Jahren sind die Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums, der Hauptschule Fallersleben und des Ratsgymnasiums jung. Alle haben sie zwei Dinge gemeinsam: die Lust am Sport und die Lust auf etwas neues – Baseball.

70 Jugendliche lernen Baseball Basics mit Bill Waites. Foto: ThiesBill Waite hat natürlich Verstärkung aus den Reihen der TSV Yahoos bekommen. 70 Baseball Neulinge, die wollen erst einmal in die Geheimnisse des amerikanischen Nationalsports eingeweiht werden.

So standen in den ersten Tagen die Grundlagen auf dem Plan. Wie fängt man einen Ball, wie wirft man ihn und natürlich, wie schlage ich einen Baseball? Am Dienstag soll es dann soweit sein. Zum Abschluß der Projektwoche wird ein richtiges Baseball-Spiel stattfinden.

Nicht nur die Schüler, auch die Lehrer sehen diese Zusammenarbeit zwischen dem Verein und den Schulen sehr gern. „Wir haben im regulären Sportunterricht gar nicht die Möglichkeiten Baseball anzubieten“, erklärt Friedrich-Wilhelm Grothe vom THG, er hofft aber, daß sich das in Zukunft ändern wird.

Mit Baseball befaßt hat sich auch Hans-Jürgen Rohm – wenn auch eher gezwungenermaßen. Die ersten zwei Projekttage leitete der Sportlehrer der Hauptschule Fallersleben höchstpersönlich: „Über das Wochenende habe ich mir einiges angelesen und dann klappte das auch ganz gut.“

Thomas Huhnholz, Manager des Baseball-Erstligisten, erfuhr erst zwei Tage vor Beginn des Projektes, daß insgesamt 70 Jugendliche teilnehmen: „Geplant war nur mit dem THG, alles kein Problem, jetzt wird improvisiert.“

Und wie. Bill Waite hat alle Kids im Griff. Seine Anweisungen, allesamt in amerikanischem Englisch werden mit gespitzten Ohren verfolgt und dann geht es auf das Feld, den Worten folgen Taten.

„Ich bin nicht nach Deutschland gekommen, um Burgen und Schlösser zu sehen, das hier ist meine Mission – die Arbeit im Baseball“, strahlt der Südkalifornier. Auch wenn es ihm zur Zeit ein bißchen zu naß und zu kalt in Deutschalnd ist: „Ich führe Tagebuch und da habe ich von den 45 Tagen, die jetzt in Deutschland bin, 39 Tage gezählt, an denen es regnete“, erzählt Waite verbittert, doch ein breites Grinsen kann er sich dennoch nicht verkneifen: „In einer Woche bin ich aber wieder in Südkalifornien.“ Und da sei es dann bestimmt wieder etwas wärmer.