Plan: Baseball-Stadion abreißen, TSV entschulden

Auf der dann freien Fläche am Laagberg sollen Wohnungen entstehen

Der WN-Exklusiv-Bericht über die Finanznot des TSV Wolfsburg wegen des kaum genutzten Baseball-Stadions hat hohe Wellen geschlagen. Sportausschuss Vorsitzender Ingolf Viereck legte gestern einen Plan vor, wie dem kriselnden TSV geholfen werden kann. Bereits in der nächsten Woche beraten Verwaltung und Politik über diesen Vorschlag, den Viereck für „mehrheitsfähig“ hält.

Der SPD-Politiker regt an, das dem TSV gehörende Baseball-Stadion abzureißen. Auf der dann freien Fläche, die der Verein von der Stadt nur gepachtet hat, sollen Wohnungen errichtet werden. Den TSV würde die Stadt im Gegenzug entschulden. Die wenigen verbliebenen Baseballer kehren aus dem schmucken, für die Bezirksliga aber viel zu pompösen Stadion zurück auf den Platz an der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule. „Sie können also ihr Hobby weiter ausüben“, betont Viereck.

Wie berichtet, steckt der TSV in Finanznot. Der Traditionsklub vom Laagberg hat vor fünf Jahren einen Kredit in Höhe von 200.000 Mark aufgenommen, um seinen bis vor zwei Spielzeiten noch in der Bundesliga aktiven Baseballern eine repräsentative Heimstatt zu bieten. Die Baseballer aber mussten sich kurze Zeit nach Einzug in die Arena aus finanziellen Gründen aus dem Oberhaus zurückziehen. Mit der Anlage am Stadion West werden deshalb auch keine Einnahmen erzielt. Den Kredit in Höhe von 200.000 Mark abzuzahlen, bereitet dem Verein enorme Probleme. Vorsitzender Horst Riemann gab zu: „Wir können uns nichts mehr leisten, leben von der Hand in den Mund.“ Für diesen Monat hat er einen Ausgabenstopp verhängt.

Am Boden: Die Baseballer des TSV Wolfsburg sollen auf den Platz an der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule zurückkehren, nachdem das Baseball-Stadion am Laagberg abgerissen worden ist. Archivfoto: Helge Landmann

Auf einen Sonderzuschuss der Stadt kann der TSV dennoch nicht hoffen – sehr wohl aber auf die Umsetzung des Plans des Sportausschuss-Vorsitzenden. Das Gelände, auf dem jetzt noch das Baseball-Stadion und das bereits geschlossene Freibad West stehen, möchte er an einen Investor verkaufen. „Es gibt das Projekt, Wohnen in der grünen Stadt“. Die Fläche am Laagberg bietet sich dafür hervorragend an, denn sie liegt direkt am Waldrand, und auch die Infrastruktur stimmt“, meint Viereck.

Er schätzt, dass sich für das 35 bis 40 Hektar große Gelände etwa vier Millionen Euro erzielen lassen würden. Der TSV bekäme von diesem Geld exakt die Summe zurück, die er in das Baseball-Stadion investiert hat. „TSV-Vorsitzender Riemann war sehr angetan von dieser Idee“, schildert Viereck seine Eindrücke aus dem Telefonat mit dem Vorsitzenden von gestern Vormittag. Am Nachmittag war Riemann zu einer Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.