Männer-Haushalt in der „Ami-WG“

WN-Hausbesuch bei Ryan Kuelthau, Zachary Bayer und Matt Pound – Fernseher wichtigstes Möbelstück

Die Baseball-Keule gegen den Kochlöffel und den Wäschekorb gegen einen Football tauschen die Amerikaner Matt Pound, Ryan Kuelthau und Zachary Bayer täglich nach vollrichteter Arbeit bei Baseball-Bundesligist Wolfsburg Yahoos und Football-Regionalligist Wolfsburg Blue-Wings. Seit ihrer Ankunft vor sechs Wochen in Deutschland teilen sie sich eine Wohnung.

Ein Luxus-Appartement bewohnen die US-Sportler nicht gerade. Eher bescheiden wirkt die Behausung der drei. Das Wohnzimmer beschränkt sich auf ein Sofa und zwei Fernsehgeräte, von denen eins für Videospiele genutzt wird. Aber auch ein Computer mit Internet-Anschluss ist vorhanden. „Es wäre schon sehr langweilig, wenn wir diese Sachen nicht hätten. Meistens habe ich nicht viel zu tun, wenn ich nicht gerade auf dem Baseballplatz stehe. Besonders wenn es regnet, und hier gibt es viele Schauer, ist das eine willkommene Abwechslung“, erklärt Pound, der aus dem sonnigen New Mexico stammt.

Zwischen den Dreien gibt es kaum Probleme. Kuelthau: „Wir verstehen uns ganz gut. Zach und ich kennen uns schon sehr lange. Matt habe ich erst hier kennen gelernt.“ Den Haushalt haben sie auch im Griff. „Wir haben alle schon in eigenen Wohnungen gelebt, sind also selbstständig genug, um uns etwas zu kochen,“ so Kuelthau. Pound stimmt ihm zu: „Ich musste schon früh lernen, mich selbst zu versorgen, da meine Eltern beide berufstätig sind. Wir kommen in dieser Beziehnung ganz gut klar.“ Die Umstellung auf die neue Umgebung fiel den Amerikanern auch nicht schwer. „Bevor ich nach Wolfsburg kam, hatte ich es mir fast so vorgestellt. Es gibt ja keine gravierenden Unterschiede. im Vergleich zu Amerika. Ich fühle mich schon sehr wohl hier“, erklärt Bayer.

Pound hatte keine speziellen Vorstellungen von Deutschland: „Da ich noch nie in Europa war, hatte ich mir kein Bild von Deutschland gemacht. Ich ließ alles auf mich zukommen.“ Die Verständigung mit anderen Deutschen verläuft für die US-Boys meist problemlos. „Viele Deutsche sprechen sehr gut Englisch und kommunizieren mit uns sofort in unserer Muttersprache. Das ist sehr angenehm. Allerdings möchte ich auch Deutsch lernen. Bis auf ein paar aufgeschnappte Wörter kann ich jedoch noch nichts. Man hatte uns versprochen, dass wir einen Deutschlehrer bekommen, der uns die Sprache beibringt. Allerdings ist da noch nic hts passiert. Ich hoffe, das ändert sich bald“, fordert Kuelthau.