Große Frage: Warum kam Köln zu spät?

BASEBALL / Bundesliga: Yahoos hoffen nach Ausfall auf zwei kampflose Siege – Manager: Stau war bekannt

Kein Spiel, aber vielleicht zwei Siege für Baseball-Bundesligist Wolfsburg Yahoos am Grünen Tisch. Zum vorgesehenen Doubleheader am Samstag waren die Cologne Dodgers zu spät  gekommen. Reine Freude mochte aber den Yahoos nicht aufkommen. Weil die Siege noch nicht sicher sind. Die Kölner werden auf höhere Gewalt plädieren. Kommen sie damit durch, müssen die Yahoos zum zweiten Mal Schiedsrichterkosten bezahlen – und die Siegchancen sinken.

DAS WAR'S: Norman Spiller zieht sich die Jacke an, die Yahoos standen am Samstag ohne Gegner da. Foto: B. BaschinDoch der Reihe nach: Die Zuchauer waren größtenteils abgewandert, die Schiedsrichter hatten die Partien vorläufig zugunsten der Yahoos (zweimal 7:0) gewertet. dann kamen die Gäste von den Cologne Dodgers doch noch. Statt um 13 Uhr zu Spielbeginn trafen sie erst um 15 Uhr an der IGS Westhagen ein, hatten im Stau auf der Autobahn gesteckt. „Laßt uns noch spielen“, hatten die Yahoos vorgeschlagen, doch dazu war es zu spät.

„So sind nun einmal die Regeln“, erklärte Michael Dörsam (Catcher und Trainer) das Verhalten der Unparteiischen. Eine Stunde müssen sie auf die Gäste warten, sonst gibt es zwei Siege für das Heimteam. Yahoos-Manager Thomas Huhnholz: „Als sich die Kölner um 10.49 Uhr meldeten und erklärten, daß sie im Stau stehen, sagten sie, sie seien um sechs Uhr früh gestartet.“ Die Vollsperrung der Autobahn war bei Bad Nenndorf, rund 130 Kilometer vor Wolfsburg. Auf dem Platz hörten Wolfsburger, daß die Kölner sieben Stunden unterwegs gewesen seien. Demnach sind sie erst um acht Uhr losgefahren. Angesichts der Entfernung von rund 250 Kilometern zwischen Köln und Bad Nenndorf scheint diese Abfahrtszeit realistischer. Entscheidender aber aus Wolfsburger Sicht, daß die Kölner offensichtlich keinen Verkehrsfunk gehört haben.

Huhnholz: „Ich habe Autobahnpolizei und Rundfunk angerufen. Die Meldung über die Vollsperrung lag ab kurz nach sieben Uhr vor.“ Er ist sich sicher, daß die Dodgers auf höhere Gewalt plädieren, die Yahoos setzen darauf, daß der Verband binnen zwei Wochen für sie entscheidet. Huhnholz: „Wenn nötig, muß die Tachoscheibe des Busses zur Ermittlung der Abfahrtszeit herangezogen werden.“ Der Aufsteiger setzt große Hoffnung in seine Argumentation. Denn dann hätten die Yahoos zwei Siege im Sack, könnten sogar noch auf den drittletzten Platz hoffen, was den Klassenerhalt unter Umgehung eines Relegationsspiels bedeutet.

Kommt Köln durch, müßte Wolfsburg noch einmal Schiedsrichter bezahlen. Und: Zum Zeitpunkt des eingeplanten Ersatztermines in zwei Wochen sind sowohl Oliver Madsack als auch Thorsten Wöhner mit der Nationalmannschaft zum internationalen Turnier in Prag eingeladen.