09. Okt. 1997 - Wolfsb. Allgemeine Zeitung - 0 Kommentare

Ein Anruf macht es möglich: Profi aus der Karibik trainiert Yahoos

BASEBALL / Bundesliga: Vor dem Start war der Trainer weg, doch Wolfsburg schaffte den Klassenerhalt

Es ist perfekt. Die Wolfsburg Yahoos mischen auch in der nächsten Saison im Konzert der besten deutschen Baseball-Teams mit. Durch Zwei Relegations-Siege gegen die Köln Cardinals bleiben die Yahoos in der Bundesliga.

EIN ANRUF SORGTE FÜR DEN NEUEN COACH: Mit Andres Yedi Gilma (r.) haben die Wolfsburg Yahoos (l. Manager Thomas Huhnholz) für drei Monate wieder einen Trainer. Foto: B. Baschin

Dabei sah es zur Halbserie noch düster aus. Kein Sieg für den Aufsteiger – der Abstieg drohte. Eine heikle Situation, die ihren Ursprung auch in der Vorbereitung hatte. Denn nach vier Spielen verließ Trainer Michael Studivent Wolfsburg. „Die Chemie hat nicht gestimmt“, erinnert sich Manager Thomas Huhnholz. Somit ging es ohne Amerikaner weiter – eine Seltenheit.

Der einzige Grund für die Niederlagen-Serie war das aber nicht. In der Hinrunde mußte das neue Trainer-Trio, bestehend aus Martin Stein, Walter Schauer und Michael Dörsam, auf Nationalpitcher Thorsten Wöhner (Schulterprobleme) verzichten. „Zudem hatten wir zuviel Respekt vor den Gegnern“, so Outfielder Rüdiger Funke.

Das änderte sich in der Rückrunde: „Wir haben gemerkt, daß Sie schlagbar sind.“ Die Yahoos holten sieben Siege, gewannen die Hälfte der Spiele in der Rückrunde. Oliver Madsack wurde sogar zum besten ShortStop der Liga gekürt, reifte zum Nationalspieler. Dennoch mußten die Yahoos in die Relegation, hatten dort aber keine Probleme. Vor allem die Rückserie macht das Team für die nächste Saison selbstbewußt. Funke: „Bis Platz vier ist alles drin.“ – und das wäre ein Play-Off-Platz.

Deshalb haben die Yahoos auf eine Pause verzichtet. Funke: „Wir wollen im konditionellen Bereich weiter an uns arbeiten.“ Außerdem schneite den Wolfsburgern ein Glücksgriff ins Haus. „Ich bekam einen Anruf von Silke Zacker aus Wolfsburg. Sie fragte, ob ihr Freund sich während seines Deutschland-Aufenthalts bei uns fithalten könnte“, sagt der Manager. Er kann. Sein Name: Andres Yedi Gilma. Seines Zeichens Profi aus der domikanischen Republik.

Huhnholz: „Er hat eine Statur wie ein Basketballer, wird sich auch um unsere Pitcher kümmern.“ Wenn Gilma sich Anfang nächsten Jahres dann nach Florida verabschiedet, sollen ein bis zwei Amerikaner zu den Yahoos stoßen. Über einen weiteren Pitcher würde sich Wöhner sehr freuen: „Nach fünf Innings haben sich die guten Teams auf uns eingestellt. Wir bräuchten noch einen, der die Spiele dann nach Hause bringt.“ Vielleicht klappt’s dann sogar mit den Play-Offs. Wie Funke schon sagte: „Platz vier ist drin.“